






Wanderfahrt 2026: Von Dahmen nach Anklam mit Abstechern auf Trebel und Peenestrom
Wanderfahrt 2026
11. bis 18. Juli 2026
Bereits am Freitag vor der Wanderfahrt trafen sich die Teilnehmenden – Jan, Jasmin, Joe, Luciano, Petra, Philipp, Sylke, Susanne und Uwe – an der RGG, um Boote und Zubehör zu verladen. So war sichergestellt, dass wir am Samstag pünktlich starten konnten.
Am Samstagmorgen ging es mit leichter Verspätung los. Zwei Fahrzeuge machten sich auf den Weg: das Zugfahrzeug mit Bootsanhänger sowie Joes sogenannter „Partybus“, der Platz für neun Personen bietet. Nach knapp drei Stunden erreichten wir Dahmen. Dort wurden die Boote abgeladen und aufgeriggert. Anschließend brachten Luciano und Sylke den Anhänger nach Anklam, während die übrigen Teilnehmenden in Demmin – unserem ersten Quartier – ihre Unterkünfte bezogen. Die Zelter bauten ihr Lager am Wasserwanderrastplatz im Segelhafen auf, die Hotelgäste checkten ein und anschließend wurde noch für die kommenden Tage eingekauft.
Den ersten Abend ließen wir gemeinsam beim Griechen ausklingen, wo wir großzügig mit Ouzo versorgt wurden. Auf dem Rückweg zum Wasserwanderrastplatz wurden die Männer auf dem Marktplatz von Demmin noch etwas aufgehalten: Dort gastierte vom 10. bis 12. Juli „Die echte Gilde der Marktschreier“ und die fünf ließen sich zu einem zusätzlichen Bier überreden. Die Frauen genossen währenddessen den stimmungsvollen Sonnenuntergang am Hafen.
Sonntag – Von Dahmen nach Demmin
Am Sonntag begann schließlich unsere Wanderfahrt. Zunächst überquerten wir den Malchiner See und ruderten anschließend durch den Dahmer Kanal zum Kummerower See. Der Kanal stellte sich als durchaus anspruchsvoll heraus: Er ist sehr verkrautet und teilweise so schmal, dass an Rudern kaum zu denken war und die Steuerleute mit dem Pickhaken paddeln mussten. Zusätzlich machten uns zahlreiche Bremsen das Leben schwer.
Nach dem Kanal erwarteten uns auf dem Kummerower See teilweise kräftige Wellen. Die elf Kilometer bis zum Rastplatz Aalbude verlangten uns einiges ab. Nach einer kurzen Pause ging es auf der Peene weiter zurück nach Demmin. Insgesamt standen am Ende des Tages rund 50 geruderte Kilometer auf dem Tageszähler. Das wohlverdiente Abendessen vom Griechen genossen wir anschließend am Wasserwanderrastplatz.
Montag – Auf der Trebel
Am Montag führte uns die Tour von Demmin nach Nehringen und zurück. Die Trebel zeigte sich dabei von ihrer ruhigen Seite – begleitet von Schilf, Schilf und nochmals Schilf. Leider hielten sich die meisten Vögel gut versteckt in den Seitenbuchten auf, sodass wir nur wenige beobachten konnten.
Nach 41 geruderten Kilometern trafen wir uns am Abend im Hotel Pommernland zum Essen. Jan spendierte die Getränke, sodass wir bereits auf seinen 88. Geburtstag am 19. Juli anstoßen konnten.
Dienstag – Umzug nach Anklam
Am Dienstag hieß es zunächst Zelte abbauen und das Gepäck verstauen, denn am Abend bezogen wir unser zweites Quartier in Anklam. Zuvor ruderten wir jedoch von Demmin auf der Peene bis nach Jarmen – insgesamt 35 Kilometer.
Die Pause am Wasserwanderrastplatz Alt Plestlin nutzten Petra, Joe, Philipp und Uwe für eine erfrischende Schwimmeinlage.
In Jarmen blieben die Boote bis zum nächsten Morgen an der Einsatzstelle liegen. Anschließend fuhren wir nach Anklam, wo die Zelter ihre Unterkunft beim Anklamer Ruderklub bezogen und die übrigen Teilnehmenden im Hotel eincheckten.
Am Abend ließen wir uns im Anklamer Hof verwöhnen. Luciano übernahm anlässlich seines 50. Geburtstags Anfang Juli die Getränke – vielen Dank dafür!
Mittwoch – Männer- gegen Frauenboot
Bereits um 7.30 Uhr trafen wir uns am Ruderklub. Nach einem Shuttle nach Jarmen waren wir gegen 8.30 Uhr wieder auf dem Wasser. Diesmal hatte Jasmin die Mannschaften wieder neu eingeteilt: Es gab ein Frauen- und ein Männerboot.
Unser Weg führte zunächst bis zum Wasserwanderrastplatz Stolle. Nach einer gemütlichen Pause mit Kaffee, Kuchen und Alster ruderten wir weiter zum Anklamer Ruderclub. Dort übernahmen die Männer das Frauenboot, während sich die Frauen im benachbarten Gartencafé bei Aperol und Eis erholen konnten.
Am Abend sorgte Philipp mit einem Grillabend im Ruderklub für das leibliche Wohl.
Da wir für den nächsten Tag eine Fahrt auf dem Peenestrom geplant hatten, erhielten wir von den anwesenden Ruderinnen und Ruderern zahlreiche hilfreiche Tipps zu Wind, Wellen und Strömung.
Besonders begeistert waren wir alle vom neuen Boot des Anklamer Ruderclubs: einem modernen C-Gig-Boot von Baumgarten Bootsbau. Das individuell ausgestattete Boot verfügt unter anderem über einen Tiefeinstieg, praktische Ablagen neben den Rollsitzen sowie geschwungene Ausleger. Die Konstruktion mit einem in den Bug versetztem Spant sorgte ebenfalls für großes Interesse. Schnell waren wir uns einig, dass ein vergleichbares Boot – vielleicht als Gig-Zweier mit Steuerplatz – auch für die RGG eine interessante Anschaffung wäre.
Donnerstag – Über den Peenestrom nach Usedom
Am Donnerstag starteten wir gegen 9.30 Uhr Richtung Usedom-Stadt. Über die Peene erreichten wir den Peenestrom. Wind und Wellen waren uns wohlgesonnen, auch wenn sie in Richtung Usedomer See etwas zunahmen.
Nach einer kurzen Rast passierten wir die Karniner Eisenbahn-Hubbrücke. Die 1933 eröffnete Brücke war einst Teil der Schnellbahnverbindung Berlin–Swinemünde. Sie wurde 1945 von der Wehrmacht gesprengt; das markante, knapp 52 Meter lange Hubteil blieb jedoch als technisches Denkmal im Peenestrom erhalten.
Weiter ging es über den Usedomer See bis nach Usedom-Stadt. An der neuen Marina legten wir an, stärkten uns mit Fischbrötchen und machten uns anschließend auf die etwas welligere Rückfahrt.
Zurück in Anklam wurden die Boote abgeriggert und auf den Anhänger verladen. Insgesamt kamen an diesem Tag 42 Ruderkilometer zusammen.
Den Abend beschlossen wir mit selbst gekochtem Wurstgulasch von Joe und Philipp.
Freitag – Ausflug nach Peenemünde
Am Freitag hatten wir Ruder frei. Gemeinsam fuhren wir nach Peenemünde und besuchten das Historisch-Technische Museum. Anschließend ging es weiter nach Heringsdorf, wo wir noch ein wenig Ostseeluft und Urlaubsstimmung genießen konnten.
Den Abschluss unserer Wanderfahrt feierten wir bei einem Italiener auf dem Anklamer Marktplatz. Noch am selben Abend machten sich Luciano und Philipp mit dem Bootsanhänger auf den Rückweg nach Geesthacht. Der Rest der Gruppe fuhr am Sonnabend zur RGG zurück, wo die Boote gereinigt und wieder aufgeriggert wurden.
Fazit
Insgesamt legten wir während der Wanderfahrt 197 Kilometer im Ruderboot zurück. Am Ende fiel das Sitzen manchmal schwer, doch dafür nahmen wir viele schöne Erinnerungen mit nach Hause. Wir führten zahlreiche interessante Gespräche in wechselnden Mannschaften, lachten viel und verbrachten gemeinsam eine rundum gelungene Woche.
Ein herzlicher Dank gilt Jasmin für die hervorragende Organisation der Wanderfahrt sowie Joe und Luciano, die die langen Autofahrten mit Booten und Anhänger übernommen hatten.
© Sylke von Lindern








